magnifying glass

FemFacts - femous factfinding & information pool


Eine kleine femous Fakten Sammlung

Aufbereitet von Silvia Jura

Datenanalyse aus bestehenden Studien;
zusätzliche kritische Analyse von Programmheften (Stand Dezember 2011)


FACTS

1. Geschlechteraufteilung in den Vorständen der Musikverbände

(untersucht wurden 83 Institutionen / Universität für Musik / Prof. Huber)

Von 39 Institutionen aus dem Musikbereich wird ein Frauenanteil in Führungspositionen
mit 51 angegeben – zu 164 männlichen Kollegen.
Davon sind jedoch die Assistenzen / Referentinnen abzuziehen – Führungspositionen
reduzieren sich daher auf ca.31 zu 184 (14% zu 85%)
44 Institutionen aus dem Musikbereich haben 0 Frauenanteil in Führungspositionen
(104 männliche Kollegen)
gesamt: sind von 320 Führungspositionen bzw. Positionen in Leitungsteams
16% weiblich besetzt, 83% männlich

 
2. Die Wiener Populärkultur Musiklokale

Die meisten sind weiß, männlich und mittelschicht dominiert – sowohl in der Programmeirung
als auch im Publikum! (Pratersauna, Passage, Leopold, Roxy…)
Jazzclub Porgy & Bess hat einen Frauenanteil in der Programmierung von ca. 10 -15%.

 
3. Musikschulen / Universitäten:
Absolventinnen & Aktive Künstlerinnen

rund 60% der AbsolventInnen von österreichischen Musikhochschulen sind weiblich.
Anteil der Komponistinnen in der MICA Musikdatenbank: 15%
Ausgangspunkt der Diskussion ist die Tatsache, dass Frauen im Musikbetrieb auf allen
Ebenen und in allen Genres unterrepräsentiert sind.

 
4. Kunstförderung

Musik (BMUKK)
Stipendien/Projekte 69, davon 57 von Männern:: 12 von Frauen (83% zu 17%)
Preise: 2 gesamt, 2 an Männer (100% zu 0%)

Hans Koller Preis:
(von 1997 – 2009)
jeweils 4-5 Kategorien (also ca. 60 Einzelpreise)
Es gibt 4 weibliche Musiker, die den Hans Koller Preis gewonnen haben!!!!
Keine Preisträgerin in der Hauptkategorie! (unter 10%!!!)

 
5. Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich

(Kurzfassung der Studienergebnisse (2008))

Frauenanteil in der Musik mit 26% am niedrigsten.
Einkommen aus künstlerischer Tätigkeit: Das mittlere künstlerische Einkommen
beträgt 4.500 Euro netto im Erhebungsjahr. Frauen lukrieren hier im Mittel ein um
35% niedrigeres Einkommen als Männer.== 2.925.- € Netto Einkommen pro Jahr!!!

Soziale Förderungen (Künstlerhilfe) werden von Frauen häufiger als von Männern beantragt,
was deren finanzielle Schlechterstellung spiegelt.


6. Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich
– BMUKK Studie

Wiener Forschungsinstitut L&R Sozialforschung – in Zusammenarbeit mit Dr. Gerhard Wohlfahrt, Universität Graz.

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.
Wien, Oktober 2008

(Studie zum download und weiteren Infos HIER!)


Kurzfassung einiger femous-relevanten Studienergebnisse

Kernstück der Untersuchung war eine Fragebogenerhebung, mittels derer Anfang 2008 die Themenbereiche Beschäftigung, Einkommen und soziale Absicherung, sowie die private Lebenssituation, die Nutzung von Förderungen, Aus- und Weiterbildung, Mobilität und Vernetzung bearbeitet wurden. Insgesamt 1.850 KünstlerInnen der Sparten Musik, Literatur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Film haben diesen Fragebogen beantwortet.


FACT BOX | Basisdaten zu den befragten KünstlerInnen

Geschlecht und Alter:
Insgesamt haben 1.850 KünstlerInnen an der Befragung teilgenommen.

Der Frauenanteil beträgt 46% und liegt in der Darstellenden Kunst mit 52% am höchsten und in der Musik mit 26% am niedrigsten. Es überwiegen die mittleren Altersgruppen von 35-55 Jahren, wobei Frauen in jüngeren Altersgruppen verstärkt vertreten sind.

Wohnort und Regionen:
Die KünstlerInnen aller Sparten weisen eine starke Konzentration auf urbane Gebiete und hier insbesondere auf Wien auf: insgesamt 61% haben den Lebensmittelpunkt in einer Großstadt, 44% leben in der Bundeshauptstadt. Nur 45% der KünstlerInnen sind in ihrem derzeitigen Wohnbundesland auch geboren. Diese Binnenwanderung beschert neben Wien auch Niederösterreich, Burgenland und Salzburg einen relativ starken Zuzug. Daneben ist auch internationale Mobilität wichtig: 17% der Befragten wurden außerhalb Österreichs geboren.

Spartenschwerpunkt:
Die befragten KünstlerInnen verteilen sich folgendermaßen auf die Spartenschwerpunkte: Die größte Gruppe stellen die Bildenden KünstlerInnen mit 42%, 20% sind Darstellende KünstlerInnen, 15% haben ihren Schwerpunkt in der Literatur, 14% gehören zur Gruppe der Musikschaffenden und 6% arbeiten im Filmbereich. 3% (52 Personen) ordneten sich keinem eindeutigen Spartenschwerpunkt zu.

Im Mittel betrug das Einkommen aus künstlerischer Arbeit im Erhebungsjahr 4.500 Euro netto, Künstlerinnen verdienen weniger als Künstler und Jüngere weniger als Ältere. Der Lebensstandard der Kunstschaffenden fällt im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen nachteilig aus: die Armutsgefährdungsquote ist deutlich höher als in der österreichischen Gesamtbevölkerung und unter Erwerbstätigen.

Kunstnahe Tätigkeiten sind in der Musik relativ häufiger (73% der Musikschaffenden vs. 58% insgesamt)

Einkommen aus künstlerischer Tätigkeit:
Das mittlere künstlerische Einkommen beträgt 4.500 Euro netto im Erhebungsjahr.

Frauen lukrieren hier im Mittel ein um 35% niedrigeres Einkommen als Männer.== 2.925.-!!!

Darstellende KünstlerInnen und Filmschaffende erzielen mit etwas über 8.000 Euro p.a. die vergleichsweise höchsten künstlerischen Einkommen, LiteratInnen mit 2.600 Euro die geringsten (Mediane).

Das mittlere Äquivalenzeinkommen der Kunstschaffenden liegt im Erhebungsjahr mit rund 1.000 Euro pro Monat nur knapp über der Armutsgefährdungsgrenze (2006: 893 Euro monatlich), und deutlich unter dem mittleren Äquivalenzeinkommen der österreichischen Gesamtbevölkerung (2006: monatlich 1.488 Euro). Unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze leben 37% der Kunstschaffenden – dieser Anteil beträgt in der Gesamtbevölkerung 13% und unter allen Erwerbstätigen 7%.

Soziale Förderungen (Künstlerhilfe) werden von Frauen häufiger als von Männern beantragt, was deren finanzielle Schlechterstellung spiegelt.

Ansuchen um Künstlerhilfe zur Minderung einer sozialen Notlage stellten 11% der befragten Frauen und 7% der Männer.

Private Lebenssituation:
Insgesamt sind Kunstschaffende im Vergleich zur Gesamtbevölkerung seltener verheiratet und werden seltener und später Eltern. Dabei haben KünstlerInnen in Ehegemeinschaften am häufigsten Kinder, in allen anderen Lebensformen überwiegt Kinderlosigkeit. Ein Recht auf Familie wird aufgrund der unsicheren Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven als „nicht lebbar“ wahrgenommen. Frauen befinden sich häufiger in Single-Situationen als ihre männlichen Kollegen, die ihrerseits vermehrt in partnerschaftlichen Konstellationen leben und damit auch über eine verstärkte private Unterstützung verfügen.


 

Diese Spalte hat im Moment keinen Inhalt.
Juni - 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 
 

Newsletter Anmeldung

Emailadresse:

Wenn Sie schon angemeldet sind und Sie sich wieder abmelden möchten, dann klicken Sie bitte auf diesen Link.

PresseSponsoringAbout UsImpressumKontakt